Clubhaus

Unser Haus ist fertig

Das „kleine Clubhaus“ wurde am 27. Juni 1953 eingeweiht. Es war in knapp acht Wochen erbaut worden. Zur Eröffnung kamen natürlich viele Mitglieder und zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Verwaltung. Und Egon Rolke, der nicht nur ein ausgezeichneter Tennisspieler war, sondern auch ein begnadeter Tennispoet, verfasste anlässlich dieses historischen Ereignisses ein schönes Gedicht. „Sport draußen, Geselligkeit drinnen“ wie Egon den Zweck der Tennisanlage im Kurpark beschrieb, das ist bis heute die Devise unseres Vereins geblieben. Neben unzähligen spektakulären sportlichen Veranstaltung gab es ebenso viele Festivitäten innerhalb der verschwiegenen Wände.

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Die Planungen für den Bau unseres schmucken Clubhauses gingen allerdings mühsam voran, wie aus  einem Bericht unseres Chronisten Franz Bischoff, der mit der Planung des Hauses befasst war, hervorgeht: „Obgleich dem Tennisclub durch den Abbruch des Kurhauses Umkleideräume, sanitäre Anlagen und ein Wetterschutz sehr fehlten, wurde zuerst an den Ausbau von zwei neuen Spielplätzen herangegangen. Dieses Projekt beanspruchte trotz der Durchführung aller Erdarbeiten durch die Mitglieder ca. 8.000,00 DM. Die Neuanlage der beiden Tennisplätze bewirkte einen großen Aufschwung unseres Spielbetriebes, das Anwachsen der Mitgliederzahl sowie eine beachtliche Spielstärke. Immer häufiger waren spielstarke Tennisvereine auf unserer Anlage zu Gast, wobei sich das Fehlen von Umkleide- und Waschmöglichkeiten aber auch von einem gemütlichen Raum für gesellige Stunden nachteilig bemerkbar machte. Im Jahre 1949 unterbreitete ich den ersten Clubhausentwurf. Der Standort des Gebäudes sollte zwischen den Tennisplätzen und der Beste, also an der Westseite liegen. Auch die Stadt Bad Oldesloe war von der Notwendigkeit unseres Vorhabens überzeugt und stellte uns dankenswerterweise einen Vorschlag von Herrn Stadtbaumeister Heinemann zur Verfügung. Dieser Plan sah als Platz für das Clubhaus die Stelle an der Süd-Ost-Ecke unserer Tennisplätze vor. Beide Baupläne kamen nicht zur Ausführung, weil ein beantragtes größeres Darlehen vom Sportförderungsausschuß der Schleswig-Holsteinischen Fußballwetten nicht gewährt wurde und das für den Bau der beiden neuen Tennisplätze aufgenommene Darlehen noch nicht getilgt war.

OLYMPUS DIGITAL CAMERATrotzdem wurde an dem Hausprojekt weitergearbeitet. Unser Clubmitglied Herr Architekt Weber präsentierte zunächst den Entwurf eines Hauses an der Westseite der Tennisplätze. Er sah im ersten Bauabschnitt den Bau eines Kellergeschosses für Umkleide- und Waschräume vor. Baugrundschwierigkeiten zwangen allerdings zu einer anderen Standortwahl, und zwar an der Nordseite der Tennisplätze. Herr Weber hatte hierfür zwei weitere baureife Pläne ausgearbeitet, jedoch konnte mit der Stadt Bad Oldesloe keine Übereinstimmung über eine für uns wirtschaftlich tragbare Ausführung des Vorhabens erzielt werden. Hierbei handelte es sich insbesonders um eine geforderte Reeteindeckung des Hauses. Die Jahreshauptversammlung vom 17. März 1953 erkannte die Forderung der Stadt nicht an und beschloß, nochmals mit der Stadt zu verhandeln. Unser Clubmitglied Herr Architekt Helbig entwarf einen neuen Plan, der die Zustimmung der Mitgliederversammlung vom 24. März 1953 fand und nunmehr auch von den zuständigen Ausschüssen der Stadt gebilligt wurde.“

Und erinnern wir uns: Drei Monate später fand bereits die Einweihung des neuen Clubhauses statt. Der THC verfügte nun über eine Tennisanlage, die sich auch für Großveranstaltungen empfahl – so geschehen 1954 mit dem Ländervergleichskampf zwischen Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein. Natürlich war für das nördlichste Bundesland auch der Oldesloer Egon Rolke mit von der Partie. Nicht zuletzt sein Auftritt in diesem Turnier weckte das Interesse von hunderten von Zuschauern. Aber auch die deutschen Spitzenspieler Henner Henkel aus Niedersachsen und Dr. Tübben aus Hamburg waren Zuschauermagneten. Niedersachsen gewann das Turnier souverän und der THC wurde in höchsten Tönen gelobt – für seine Organisation und die „schönste Anlage“ des Landes.

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